Das Down-Syndrom-Screening im 1. Trimenon (1.-Trimester-Test)
Das Down-Syndrom wird durch ein überzähliges Chromosom 21 verursacht.
Es ist eine seltene angeborene Erkrankung. Nur 0,2 % (jedes 500.) der
Neugeborenen hat das Down-Syndrom. In Deutschland werden jährlich
zwischen 2000 - 3000 Kinder mit Down-Syndrom (Trisomie 21) geboren.
Diese Kinder sind in ihrer geistigen und körperlichen Entwicklung
verzögert und von individueller Förderung in hohem Maße abhängig. Oft
bestehen zusätzlich körperliche Erkrankungen wie Herzfehler,
Gehörschwäche, Störungen der Schilddrüsen- oder der Verdauungsfunktion.
Dank Frühförderung und verbesserter medizinischer Versorgung können
Menschen mit Down-Syndrom heute ihre vorhandenen Fähigkeiten besser
entwickeln und wichtige Kulturtechniken wie Lesen, Schreiben, Rechnen
erlernen.
Mit einem statistisch-mathematischen Verfahren ist es möglich, die
individuelle Wahrscheinlichkeit für eine werdende Mutter abzuschätzen,
ob ihr Kind das Down-Syndrom hat.
Dieses Verfahren wird als 1.-Trimester-Test
bezeichnet. Für die
Testberechnung werden die folgenden Daten herangezogen:
Das Alter und das Körpergewicht der Mutter
Das genaue Schwangerschaftsalter
Zwei Labormeßwerte aus dem mütterlichen Blut (freies ß-hCG und
PAPP-A, welche vom kindlichen Mutterkuchen =Plazenta stammen)
Der Meßwert der Nackentransparenz des Kindes, gemessen mit
Ultraschall.
Der 1.-Trimester-Test kann ab Beginn der 11. bis Ende der 13.
Schwangerschaftswoche durchgeführt werden. Derzeit ist er die präziseste
Methode der Wahrscheinlichkeitsvorhersage für das Down-Syndrom.
Die Entdeckungsrate beträgt annähernd 90 Prozent.
In weniger als 4 Prozent weist der Test fälschlich auf eine erhöhte
Wahrscheinlichkeit für das Down-Syndrom hin.
Was bedeuten diese Zahlen?
An zwei Beispielen soll verdeutlicht werden, was der
1.-Trimester-Test aussagt.
Eine junge werdende Mutter von 25 Jahren hat eine auf ihr Lebensalter
bezogene statistische Wahrscheinlichkeit, ein Kind mit dem Down-Syndrom
zu bekommen, von ungefähr 1:1000 (0,1 Prozent). Der 1.-Trimester-Test
könnte nun ergeben, daß die Wahrscheinlichkeit höher ist, als ihrem
Alter entspricht, zum Beispiel 1:100 (1 Prozent).
Eine Schwangere mit 40 Jahren hat eine statistische altersbezogene
Wahrscheinlichkeit für ein Kind mit dem Down-Syndrom von 1:100 (1
Prozent). Möglicherweise käme die Berechnung des 1.-Trimester-Tests zum
Ergebnis einer geringeren Wahrscheinlichkeit für das Down-Syndrom von
beispielsweise 1:1000 (0,1 Prozent).
Beide Schwangere wissen nach dem 1.-Trimester-Test nicht, ob ihr Kind
gesund ist oder ob es das Down -Syndrom hat, weil sich die Diagnose des
Down-Syndroms nicht aus dem 1.-Trimester-Test ergibt. Jedoch können
ihnen die Testberechnungen der genaueren Wahrscheinlichkeit für das
Vorliegen eines Down-Syndroms bei der Erwägung nützlich sein, ob sie
eine weitergehende Diagnostik zur Sicherung der Diagnose riskieren
wollen.
Wie wird die Diagnose des Down-Syndroms gestellt?
Down-Syndrom bedeutet ein überzähliges Chromosom 21 im Erbgut. Will
man die Chromosomen zählen, so benötigt man kindliche Zellen. Diese
können aus dem kindlichen Mutterkuchen mittels der Chorionzottenbiopsie
oder aus dem kindlichen Fruchtwasser mittels der Amniozentese gewonnen
werden. Beide Eingriffe bergen für das Kind ein tödliches Risiko, da sie
in etwa 1 Prozent zu einer Fehlgeburt führen.
Hier finden Sie weitere Informationen zum
Down- Syndrom und die
Patienteninformation der Fetal Medicine Foundation
(FMF) Deutschland.
Sabine Kallenbach-Gans - Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe zertifiziert durch die
Fetal Medicine Foundation Deutschland e. V. (FMF)
Quelle:
Fetal Medicine Foundation Deutschland e. V. (FMF)